Webserver – täglich besucht, selten wahrgenommen

Webserver sind im heutigen Informationszeitalter nicht mehr wegzudenken. Tagtäglich nutzen Milliarden Menschen das Internet und besuchen Webseiten aller Art. Hinter jeder Webseite verbirgt sich ein Webserver, der auf Anfragen von Webbrowsern reagiert und mit Daten antwortet. Im Folgenden soll der Webserver in seiner Funktion, Anwendung und Entwicklung genauer betrachtet werden.

Wo liegt der Unterschied zu anderen Servern?

Grundsätzlich versteht man unter einem Webserver eine Software, die auf einem Gerät (dem Server) mit Netzwerkverbindung ausgeführt wird. Der Server stellt auf Anfrage Inhalte zusammen und sendet die Daten zum Browser. Hierbei können sowohl statische als auch dynamische Daten ausgetauscht werden. Dazu können eine Vielzahl von Programmiersprachen (Java, C, Objective-C, Python etc.), Skriptsprachen (PHP, JavaScript, PERL, etc.), Datenbanken (MySQL) und weitere Applikationen verwendet beziehungsweise mit einander kombiniert werden.

Geschichte des Webservers

Der erste Webserver entstand in den 1990er Jahren und wurde von Tim Berners-Lee für die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) entwickelt. Ursprünglich sollte somit der Austausch von Informationen unter den Mitarbeitern verbessert werden. Über den Webserver konnten die Mitarbeiter statische Informationen über HTML abrufen und nutzen. Jedes Request musste manuell formuliert werden und eine direkte Weiterleitung durch einen Link war nicht möglich. Erst mit der Einführung von HTTP (Hypertext Transfer Protocol) im Jahre 1996 konnte über einen eingebetteten Link eine Weiterleitung von einer bereits aufgerufenen Webseite erfolgen. In der weiteren Entwicklung der Webserver wurden Programmier- und Skriptsprachen nutzbar und ermöglichten es dem Client Einfluss auf die Informationen zu nehmen, die vom Webserver zurückgesendet wurden. Es war erstmals möglich dynamisch auf Anfragen des Clients zu reagieren und die Daten dementsprechend anzupassen. Heute verfügt ein Webserver über vielfältige Möglichkeiten, um mit Clients zu interagieren.

Wie funktioniert ein Webserver?

Die Software arbeitet nach dem Client-Server-Prinzip, die entweder über ein lokales Netzwerk, oder über das Internet kommuniziert. Stellen Sie sich hierzu den Ablauf gerne am Beispiel eines Webbrowsers vor, der auf eine Webseite zugreifen möchte. Der Client – in diesem Fall der Browser – schickt ein Request (also eine Anfrage) an den Webserver der Webseite. Die Anfrage trifft beim Webserver ein. Nun wird geprüft, ob die angeforderten Daten überhaupt existieren und – falls vorhanden – ob diese auch herausgegeben werden dürfen. Bevor die Daten verschickt werden, wird das Dokument verarbeitet. Wird Quellcode in dem HTML-Dokument gefunden, werden entsprechende Interpreter aufgerufen, die diesen Quellcode ausführen. Hier können auch weitere externe Programme aufgerufen werden. Dieses Prinzip wird oft verwendet, um dynamische Daten einzufügen wie zum Beispiel das aktuelle Datum, letzte Blog-Einträge oder Benutzerdaten. Die Rückgaben der Quellcode-Abschnitte werden dann direkt in die HTML-Daten eingebettet. Die fertig verarbeiteten Daten werden daraufhin zu der IP-Adresse des Browsers zurückgeschickt und schließlich im Browser verarbeitet und angezeigt.

Welche Anwendungsbereiche gibt es?

Wie bereits zuvor genannt, können Webserver entweder lokal oder über das Internet betrieben werden. Die Funktionsweise bleibt hierbei gleich, sie entspricht dem oben beschriebenen Prinzip. Der Unterschied liegt in der Kommunikation, die lokal nur im eigenen Netzwerk stattfindet und nicht im Internet. So können beispielsweise Content-Management-Systeme oder ein Firmenintranet realisiert werden. Mit Webservern werden meist im Internet Homepages bzw. Webseiten betrieben. So können private oder Firmenwebseiten, Blogs oder Front-Ends für internetbasierte Dienste gehostet werden.

Die meisten Webserver werden unter Linux (Ubuntu, Debian) betrieben, im Hobby-Bereich sind auch Einplatinencomputer (Raspberry Pi, Cubieboard) beliebt. Mit XAMPP oder LAMPP sind Zusammenstellungen von Software auch für verschiedene Betriebssysteme verfügbar, die heruntergeladen und einfach installiert werden können.

Marktanteile Diagramm zu Webserver Marktanteilen

Wie in vielen Bereichen der Technik gab es auch bei den Webservern lange Zeit einen Quasi-Standard. Der Apache hatte diese Position lange Jahre inne. Wie diese Übersicht von w3techs über die Verbreitung von Webservern zeigt, verlieren sowohl der Apache, als auch der Microsoft Internet Information Server seit 5 Jahren kontinuierlich Marktanteile. Ein aufsteigender Stern am Himmel der Webserver ist NGINX (gesprochen „Engine X“), mit dem übrigens auch office-server-vergleich.de betrieben wird.