NAS Server im Test bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest Heft

Bildquelle: Stiftung Warentest

In der Ausgabe 2/2016 von „test“ hat die Stiftung Warentest 10 Network Attached Storages, kurz NAS, auf Herz und Nieren geprüft. Darunter fünf NAS Server mit einer Festplatte und fünf NAS mit zwei Festplatten. Der Kreis der getesteten Geräte repräsentierte die Marktverhältnisse und bot keine Überraschungen: Mit QNAP, Synology, WD, Seagate und Buffalo waren die großen Anbieter die Test-Protagonisten. Mit jeweils zwei Geräten waren sie am NAS Server Test beteiligt – ein Gerät in der Kategorie mit einer und eines mit zwei Festplatten. Die zentralen Fragen der Tester waren: Wie sicher sind die Geräte? Wie leicht lassen sich die NAS Server einrichten? Wie schnell fließen die Daten und wie sieht es mit den Umwelteigenschaften aus? Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung des NAS Server Tests 2016 der Stiftung Warentest. Den gesamten Testbericht gibt es auf der Webseite der Stiftung Warentest.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Wem die Symmetrie im Testaufbau aufgefallen ist – 10 Geräte insgesamt, 5 Hersteller mit jeweils 2 Geräten – findet eine solche ebenso in den Testergebnissen. Die Plätze 1 und 2 teilen sich Synology und QNAP. Western Digital ist in beiden Geräte-Kategorien nur knapp hinter den Testgewinnern auf einem dritten Platz. Die Geräte von Seagate folgen dann mit einigem Abstand auf Platz 4. Buffalo landet mit einem Testurteil „Ausreichend“ für sein kleines wie für sein großes NAS abgeschlagen auf dem fünften Platz.

Testsieger unter den NAS mit einer Festplatte ist das Das QNAP TS-112P mit einer Gesamtnote von 2,4. Bei den Geräten mit zwei Festplatten belegte die Disk Station D215j, ein NAS von Synology, mit der gleichen Endnote das Plätzchen ganz oben. Das billigste Gerät im NAS Server Test der Stiftung Warentest war die My Cloud von WD. Mit einem mittleren Preis von €138 war sie gute €40 billiger als das nächst teurere Gerät.

 

Getestete NAS Server mit einer Festplatte

QNAP TS-112P Synology DiskStation DS115j Western Digital My Cloud Seagate Personal Cloud Buffalo Link Station 210

QNAP TS-112P

Synology DiskStation DS115j

Western Digital My Cloud

Seagate Personal Cloud


Buffalo Link Station 210

 

Testergebnisse: NAS-Server mit einer Festplatte

In der Gerätekategorie mit nur einer Festplatte ist das QNAP TS-112P die Empfehlung der Stiftung Warentest-Tester (Gesamtnote: 2,4). Seine Stärken liegen in der technischen Funktion (Teilnote: 1,0), den Umwelteigenschaften (Teilnote: 1,5) und der recht hohen Datensicherheit (Teilnote: 2,3). So sind die QNAP-Geräte die einzigen im Testfeld, die beim Thema Verschlüsselung und Transportschutz sehr gut abschnitten. Die QNAP-Geräte sind aber auch die jeweils teuersten Ihrer Kategorie. Mit €191 ist es rund €10 teurer als das zweitplatzierte Synology NAS und ganze 30% teurer als die drittplatzierte WD My Cloud. Der Testsieger hat jedoch einen weiteren Makel: Ironischerweise ist das Gerät mit dem besten test-Qualitätsurteil das Gerät mit der schlechtesten Handhabung (Teilnote: 3,5). Wem die Handhabung seines NAS besonders wichtig ist, der sollte folglich von diesem Gerät Abstand nehmen.

Die Handhabung der zweitplatzierten Synology DiskStation DS115j gefiel den Testern deutlich besser. Insbesondere die angenehme und ergonomische Benutzeroberfläche des Synology-NAS überzeugte die Gutachter. Aber auch die einfache erstmalige Inbetriebnahme und die Einrichtung des Fernzugriffs sind bei Synology deutlich besser gelöst als bei QNAP. Die Handhabungsnote ist mit 2,6 somit fast einen ganzen Notenpunkt besser als beim Wettbewerber QNAP. Diesen Vorsprung verspielt der Synology NAS-Server in der Kategorie Datensicherheit (Teilnote: 3,0). Die Tester kritisieren, dass die verschlüsselte Datenübertragung per https vom Benutzer selbst aktiviert werden muss. Ansonsten bietet es hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und einen ordentlichen Funktionsumfang (Teilnote: 1,6) sowie gute Funktionseigenschaften. Die Leistungsaufnahme ist mit 8,6 Watt im Betrieb und 7,6 Watt im Ruhezustand einen Tick höher als die des QNAPs. Für die Gesamtnote im NAS Server Test bedeutet dies für die DiskStation eine 2,5.

Die WD My Cloud verdient als drittplatziertes NAS noch eine besondere Erwähnung, weil es – zusammen mit seinem Pendant mit zwei Festplatten – nach dem Urteil der Tester das klar sicherste Gerät im Test ist. Aufgrund nur mittelmäßiger Resultate in den anderen Rubriken reicht es trotz der sehr guten Note für Datensicherheit (Teilnote: 1,6) nur zur Gesamtnote 2,5.

 

Getestete NAS Server mit zwei Festplatten

Synology DiskStation DS215j QNAP TS-212P Western Digital My Cloud Mirror Seagate Personal Cloud 2-bay Buffalo Link Station 220

Synology DiskStation DS215j

QNAP TS-212P

Western Digital My Cloud Mirror

Seagate Personal Cloud 2-bay

Buffalo Link Station 220

 

Testergebnisse: NAS-Server mit zwei Festplatten

Die Cloudspeicher mit zwei Festplatten richten sich vor allem an solche Nutzer, die ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein haben. Die zweite Festplatte erlaubt nämlich das Spiegeln der primären Festplatte und schützt den Nutzer so vor einem Festplattendefekt. Aber nicht nur für sicherheitsbewusste Nutzer sind die NAS mit zwei Datenträgern interessant. Auch für Nutzer, denen die Datenübertragung nicht schnell genug gehen kann, sind die NAS mit zwei Festplatten erste Wahl. Das gleichzeitige Lesen von zwei Festplatten macht Lesezugriffe bei diesen Geräten deutlich schneller.

Was die Plätze 1 und 2 in dieser Kategorie angeht, so sind diese gegenüber der ersten Kategorie vertauscht: Die Synology DiskStation DS215j ist auf Platz 1, das QNAP TS-212P ist auf Platz 2. Entscheidend für den Platzwechsel ist die bessere technische Funktion der DiskStation mit zwei gegenüber der DiskStation mit einer Festplatte. Während das Synology-NAS mit einer Festplatte nur eine 1,6 einfuhr, erhält das „gedoppelte“ NAS aus dem Hause Synology eine 1,2.

Ansonsten unterscheiden sich die kleinen und die großen NAS von Synology und QNAP nicht. In der Handhabung und der Datensicherheit sind die Teilnoten der großen Geräte identisch mit denen der kleinen Geräte. Zusammenfassen lässt sich der NAS Server Test so: Synology punktet mit der Handhabung, leidet aber unter Abzügen bei der Datensicherheit; QNAP ist stark bei der Datensicherheit und schwach in der Handhabung. Dies überrascht allerdings nicht, verwenden doch QNAP und Synology für die Geräte das gleiche Betriebssystem und die gleiche Benutzeroberfläche.

Die My Cloud Mirror von WD ist in dieser Kategorie zwar noch auf dem dritten Platz, fällt gegenüber der kleinen My Cloud aber ab. Ursächlich dafür ist die schlechtere Handhabung der großen My Cloud. Die Tester kritisieren die schlechte Anleitung und die Schwierigkeiten bei der erstmaligen Inbetriebnahme. Auch die Benutzeroberfläche wird schlechter bewertet. Das Resultat: Teilnote 4,0 – die schlechteste Handhabungsnote unter allen 10 getesteten Geräten.

 

So hat die Stiftung Warentest getestet

Die vier Testkategorien des NAS Tests waren Handhabung, Datensicherheit, technische Funktion und Umwelteigenschaften. Die Teilnoten gingen mit einem Kategoriengewicht von 40%, 30%, 20% und 10% in die Gesamtnote ein. Darüber hinaus wurde auch das Datensendeverhalten der dazugehörigen Apps analysiert. Die Tester interessierte, inwieweit Daten übertragen werden, die für die Funktion der App nicht notwendig sind. Auch wenn die Ergebnisse nicht bewertungsrelevant waren, so ist doch interessant, dass die iOS und Android-Apps von WD deutlich mehr als nur die notwendigen Daten übermitteln. Bei Seagate war es nur die iOS-App, die eine unverhältnismäßige Neugier an den Tag legt.

 

Office-Server-Vergleich Fazit des NAS Server Tests

Wer ein Datengrab für sein Heimnetzwerk bzw. für seine Arbeitsgruppe benötigt, ist mit einem NAS von Synology und QNAP gut bedient. Im direkten Vergleich mit den Mitbewerbern haben die zwei größten Anbieter von NAS Systemen gezeigt, warum sie Marktführer sind. Auch auf die My Cloud von WD kann man aber durchaus ein Auge werfen. Als grobe Handlungsempfehlungen lässt sich festhalten: Wer auf gute Handhabung wert legt, kommt an der Synology DiskStation nicht vorbei. Wem Geschwindigkeit und Datenschutz wichtiger ist, der sollte sich die QNAPs sehr genau anschauen. Für preisbewusste Käufer sind die My Clouds – insbesondere die kleine My Cloud – sehr interessant.

Wer sich mit einem NAS Server seine eigene Cloud bauen möchte, der hat mit diesen Geräten einen guten Ausgangspunkt. Die grundsätzlichen Funktionen zum Datenaustausch über das Internet bringen Sie alle mit, Apps für mobile Geräte ebenso. Andererseits, so konstatiert die Stiftung Warentest korrekt, ist die Absicherung der Geräte nicht ganz einfach: „Für die Sicherheit ist der Nutzer aber bei allen Geräten selbst verantwortlich.“ Insbesondere wer seine Daten aufgrund Datenschutz- und Datensicherheitsgründen aus der public Cloud in eine private Cloud umzieht, sollte sich von einem Experten unterstützen lassen. Die Daten sind in einer schlecht geschützten privaten Cloud deutlich weniger sicher als z.B. bei Dropbox.

Wer ein NAS System nutzen möchte, um sich seinen eigenen Home-Server oder Office-Server einzurichten, der sollte sich das nochmal genau überlegen. Richtig ist zwar, dass in jedem NAS grundsätzlich alles steckt, was ein Server benötigt – und dies zu einem günstigen Preis. Andererseits ist die Erweiterbarkeit der Geräte sehr eingeschränkt. Die NAS Server von QNAP und Co. erlauben es nicht ohne weiteres, beliebige Dienste von Drittanbietern zu installieren. Ohne größere Umstände lassen sich nur Apps aus den jeweiligen Hersteller-App-Stores installieren. Dies kostete wertvolle Flexibilität. Daher sollte ein Small Business Server statt auf einem Gerät aus dem NAS Server Test auf einem einfachen Micro- oder Tower Server basieren. Eine große Auswahl davon haben wir hier bei Office Server Vergleich für Sie getestet.